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10/04/2018

Besuch im Grenzmuseum Mödlareuth

Am 5. März besuchten die Schülerinnen und Schüler unserer 9. Klassen die Gedenkstätte zur innerdeutschen Grenze in Mödlareuth. Die geschichtliche Entwicklung der deutschen Teilung in der Nachkriegszeit führte dazu, dass der „Eiserne Vorhang“, der die Ost- und Westmächte trennte, genau durch dieses Dorf an der bayrische/thüringischen Grenze verlief. Somit war dieses Dorf bis zur Wiedervereinigung durch eine Mauer geteilt, was ihm dem Namen „Little Berlin“ einbrachte. Die Geschichte dieses Dorfes rückte wieder in den Fokus, da vor kurzem der Fernsehfilm „Tannbach“ als Mehrteiler ausgestrahlt wurde, für den Mödlareuth Vorbild war. Noch heute kann man an diesem historisch bedeutsamen Ort Teile der 700m langen Betonsperrmauer, originale Metallgitterzäune und Wachtürme sehen. Im Museumsgebäude gab es eine kurze Filmreportage zur Einstimmung. Anschließend führte uns eine Museumspädagogin über das Gelände und erläuterte vor Ort, wie die Sperranlagen im Laufe der Zeit immer stärker ausgebaut wurden, bis eine gänzlich überwindbare Grenze entstand. Freunde und Verwandte im Dorf waren damit scheinbar für immer getrennt. Wer versuchte diese Grenze zu überwinden, musste dies oft mit seinem Leben bezahlen.
Auch konnte wir eine große Sammlung an Fahrzeugen besichtigen, die während der deutschen Teilung zur Grenzsicherung in Ost und West eingesetzt wurden. Besonders beeindruckend für manche der Schüler war ein ehemaliger russischer Panzen, den man „hautnah“ erleben konnte.
Gerade im Hinblick auf die aktuelle politische Situation, in der manche Länder ihre Grenzanlagen verstärken und auch wieder „Mauern“ errichten wollen, kam es im Anschluss an den Besuch zu der Diskussion, inwieweit ein Staat/ein Land seine Grenzen so bauen darf, dass Menschen um ihr Leben fürchten müssen, bei dem Versuche diese zu überwinden. Hier die Stellungnahmen einiger Schülerinnen und Schüler: „Ich bin der Meinung, dass „Todesgrenzen“ von keinen Staaten errichtet werden sollen, weil jedes Menschenleben wertvoll ist. Man kann einfachere Grenzsicherungen durchführen. Ein weiteres Argument gegen diese menschenverachtenden Grenzen sind die hohen Kosten, denn der Bau würde Milliarden von Dollar verschlingen. Man sollte lieber das Geld in Projekte investieren, damit die Menschen erst gar nicht fliehen wollen.“ (Alina)
„Meiner Meinung nach ist es nicht in Ordnung, wenn ein Staat oder eine Regierung eine unüberwindbare Grenze baut. Wie in der DDR damals wird die Freiheit das Menschen eingeschränkt und innerhalb der Grenzen festgehalten. Dies ist körperlich, wie auch seelisch sehr schmerzlich. Es brechen alte Freundschaften und soziale Kontakte oder es werden sogar Familien getrennt. Man muss sich neue Freunde suchen und vergisst die alten hinter der Grenze. So ist es auch mit Verwandtschaft und Familie. Die Menschen hatten oft vergesse, dass in der DDR noch andere Verwandte leben. Letzten Endes ist ein mit Mauern umzogenes Gebiet ein Gefängnis, wo die Freiheit den Menschen genommen wird, denn sie wissen, dass sie die Zone nicht verlassen können und versucht es doch jemand, wird derjenige vielleicht sterben.“ (Marco)
„Ich finde ein Staat hat nicht das Recht Menschen ihre Freiheit zu nehmen und Familien zu trennen. Auf der einen Seite hat eine Regierung zwar das Recht die Grenzen zu schließen, wenn das Land damit negative Einflüsse, wie z.B. Einreise von Kriminellen, Wettbewerb um Arbeitsplätze, abwehren kann. Auf der anderen Seite spaltet es aber die Menschen und verändert deren Leben, denn es zerreißt Familien. Es ist nicht zu akzeptieren, wenn Menschen dann durch einen Fluchtversuch ums Leben kommen. Sowas ist unmenschlich und gehört sich nicht“ (Laura)