Übergänge bauen: Kindergarten - Grundschule

Alle Jahre wieder wird die Frage gestellt, ist mein Kind schon so weit, in die Schule zu gehen, ist es schulfähig, kann und wird es den neuen Anforderungen gerecht werden und ihnen gewachsen sein.
Die Kooperation zwischen Kindergarten und Schule ist ein sehr komplexes Geschehen. Sehr vielfältig sind die Kooperationsebenen zwischen Kindergarten – Schule – Elternhaus. Meinen wir „Schulfähigkeit des Kindes“, so verstehen wir in erster Linie das gute Gelingen des Bewältigungsprozesses beim Übergang vom Kindergarten- zum Schulkind.
Auf der Grundlage des BayEUG (Bayerisches Erziehungs- und Unterrichtsgesetz) und dem BayKiBik (Bayerisches Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz) wird der Zusammenarbeit von Schule und Kindergarten eine zunehmend große Bedeutung zugemessen.

Gemeinsames Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, einen problem- und angstfreien Übergang von der Elementarerziehung im Kindergarten zum Primärbereich Schule zu erreichen.

Ein entscheidender Verknüpfungspunkt stellt dabei das Einschulungsverfahren dar. Die Anschlussfähigkeit der Bildungs- und Erziehungsprozesse in Kindergarten und Grundschule ist auch durch steten Dialog geprägt, als Wegbereiter für eine gelingende Übergangs-bewältigung. Dabei geht es auch um die Formen der Kooperation, des Informations- und Erfahrungsaustausches.
Das früher durchgeführte Einschulungsverfahren, in dem die bekannte „Schulstunde“ im Mittelpunkt stand, haben wir in seiner Effektivität und den kindlichen wie auch elterlichen Belastungen hinterfragt. In der Vergangenheit zeigten sich bei den künftigen Erstklässlern als auch bei den Eltern Irritationen und sogar Ängste. Viele Eltern stellten sich die Frage: „Ist mein Kind denn schulfähig oder nicht? - Wird mein Kind diese ominöse „Schnupper- oder Schulstunde“ bestehen? - Was müssen wir denn „Lernen“, damit alles klappt? usw. ...
Aus den daraus sich ergebenden Erkenntnissen und Erfahrungen wurde eine Neukonzeption zur Schuleinführung entwickelt, die diese Überlegungen berücksichtigt. Konkret bedeutet dies, dass an der Grundschule Baunach keine „Schulstunde“ mehr durchgeführt wird!
Die Leitgedanken möchte ich Ihnen nachfolgend kurz skizzieren:
1. Besuch der Kooperationslehrkräfte in den betreffenden Kindergärten ohne terminliche Festsetzung (= Reduzierung der Störungen im natürlichen Spiel- und Aktionsumfeld des Kindes soweit wie möglich)
2. Spielerische Kontaktaufnahme und Kennenlernen zwischen dem künftigen Schulkind und der Lehrkraft in der gewohnten Umgebung 3. Möglichkeit einer persönlichen Kontaktaufnahme mit dem Einzelkind
4. Längerfristige Beobachtungsmöglichkeiten in der Kleingruppe des Kindergartens durch die Lehrkraft ohne Zeitdruck
5. Abbau von Schulängsten – Testcharakter der „Schnupperstunde oder Schulstunde“ fällt weg
6. Einbeziehung der Gruppenerzieherinnen im Sinne des Erfahrungs- und Informations-austausches und der gegenseitigen Beratungsmöglichkeit
7. Frühzeitige Elterninformation im Hinblick auf begleitende, ergänzende Fördermöglichkeiten noch in der verbleibenden Kindergartenzeit
8. Kein Einstudieren, Einüben besonderer verbaler, kognitiver und motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten im Vorfeld eines „Schultests“
9. Gemeinsame Aktionen von Kindergarten und Grundschule
Die Schule ist bemüht im gegenseitigen Kontakt zwischen Kindergarten, Eltern und Schule die Zusammenarbeit weiter zu stärken, sie auszubauen und die Kooperationsformen zu suchen, die zu einem stressfreieren, effektiveren und harmonischeren Übergang vom Kindergarten zur Schule führt. Die Schulleitung und unsere Kooperationslehrkräfte stehen Ihnen gerne für weitere Informationen zur Verfügung.
(Michael Wild, Rektor)