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17/11/2019
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26/11/2019

KZ- Gedenkstätte Flossenbürg

Am 06. November 2019 besuchten die neunten Klassen die KZ- Gedenkstätte Flossenbürg.
Herr Ralf Krimmer, der uns mit vielen Informationen über die Schicksale der damaligen Häftlinge versorgte, zeigte unserer Gruppe (M9) das damalige KZ Gelände. Das Konzentrationslager Flossenbürg wurde im Jahre 1938 gegründet und 1945 „entschärft“. Es hielt vom Jahre 1938 – 1945 insgesamt 100.000 Leute gefangen mit 30.000 offiziell schriftlich festgehaltenen Toten. Darunter waren Personen aus mehreren Ländern wie Polen, Russland oder aus dem Heimatland Deutschland, die dort als Gefangene gehalten worden sind. Hauptsächlich wurden hier Leute wie Juden, gesetzlich Vorbestrafte oder Menschen, die beispielsweise der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder Hitler nicht recht gegeben haben. Sie wurden alle auf das Übelste bestraft und als „wertlosen Mist“ angesehen. Nach der Einleitung wurden die Schüler etwas näher an das Konzentrationslager gelotst. Anschließend wurde am jetzigen Büro ein Stopp gemacht. Dort wurde uns eine Ansicht von Flossenbürg gezeigt, mit allen damaligen Baracken, Wachtürmen, dem Krematorium, dem Waschraum und dem Handelsabteil. Die Schüler machten sich nun auf den Weg in den Waschraum, der in dem jetzigen Ausstellungsgebäude zu finden war. „Wir verlieren nicht nur unsere Kleider, sondern auch unsere Seele.“ Hier wurden Häftlinge hergebracht, die neu in Flossenbürg waren. Es wurde dabei versucht, alles aus den Seelen der Häftlinge „herauszudrücken“, damit sie erst gar nicht auf die Idee kommen, einen Aufstand vorzubereiten oder die Flucht in Betracht zu ziehen. Menschen in diesem Raum wurden geschlagen und misshandelt. Meistens war es so, dass sie mit Feuerwehrschläuchen abgeduscht wurden, das Wasser aber entweder eiskalt oder sehr heiß war. Im Häftlingsbad konnte man auch eine Art „Toilette“ auffinden, die eigentlich nur da gewesen ist, weil sich die meisten Leute vor Angst in die Hose gemacht haben.

Es ging weiter ins Ausstellungsgebäude. Hier wurden uns Schicksale von ehemaligen Häftlingen gezeigt. Außerdem konnte man hier die damalige Kleidung sehen, die getragen werden musste. Die Kleidung war unter anderem dreckig, hatte mehrere geflickte Stellen, eine Bemerkung und eine Häftlingsnummer. Die Gefangenen mussten ihre Häftlingsnummer auswendig wissen. Schlimmstenfalls könnte das mit dem Tod bestraft werden.

Sie wurden um 6.30 Uhr morgens aufgeweckt und mussten den ganzen Tag schwere Steine nach oben schleppen und sie wieder hinunterwerfen, während sie auf glattem Eis laufen mussten. „Es war gezielt, dass Menschen so sterben mussten“, bemerkte Herr Krimmer. Zum Essen bekamen sie eine dünne Suppe mit wenig Gemüse, das waren nicht mehr als 100 Kalorien am Tag.
Wir sind danach zu den Baracken, wo die Häftlinge zu viert in einem Bett schliefen und an dem Friedhof, an dem viele Leute begraben worden, vorbeigelaufen, bis wir an einem „Turm“ standen. Dieser war früher eine Art Krankenstation, aber die meisten sind leider an Infektionen oder ähnlichem gestorben.
Zum Schluss ging es zum Krematorium. Ein Krematorium dient dazu, Leichen anstatt einer Beerdigung zu verbrennen. Man redet von einer Einäscherung. Der verursachte Rauch, der aus dem Kamin herauskam und der Geruch, der durch die verbrannten Leichen verursacht wurde, war sehr auffällig. Das Gebäude, was auch das Krematorium enthielt, war mit einem Leichentisch versehen, um seine Opfer in Ruhe ausbluten lassen zu können. Am Ende sahen wir uns noch einen sehr traurigen Film an, in dem Überlebende über ihr Leben im KZ berichtet haben. Die Klassensprecherin hat sich im Namen der Klasse verabschiedet und die Schüler kehrten zurück zum Bus, um nach einem langen Ausflug wieder nach Hause zurückzukehren.
Persönlich fanden wir den Besuch im KZ einen unfassbar berührenden Moment in unserem Leben und finden es einfach unvorstellbar wie viel Leid die damaligen Häftlinge erleiden mussten. Wir können uns das gar nicht vorstellen wie schlimm das für damalige Freunde und die Familie der Inhaftierten gewesen sein muss. Wir haben daher sehr großen Respekt vor den heutigen Überlebenden aus dieser schrecklichen Zeit. Diese Zeit der deutschen Geschichte ist für uns alle ein wichtiger Bestandteil unserer Zukunft und sollte deswegen auch weiterhin an unsere nächsten Generationen weitergegeben werden.
Leonie Eichler, Elisa Fiori, Joel Schnitzer (M9)